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Arbeiten / Olympische Spiele Paris 2024 · English

Projektgeschichte · Olympische Spiele Paris 2024

Zwei Jahre vom Traunsee zu Olympia.

Schiedsrichter-Drohnenpilot beim olympischen Segeln in Marseille. Nur Text, weil Aufnahmen von den Spielen nicht gezeigt werden dürfen. So kam es dazu, und so sah ein Tag auf dem Wasser aus.

Rolle
Schiedsrichter-Drohnenpilot
Event
Olympisches Segeln, Marseille
Wann
Testevent 2023 · Spiele 2024
Vor Ort
5 + 14 Tage
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Die Aufgabe

Den Schiedsrichter:innen den Blick geben, den sie vom Boot nicht haben

Beim Kite-Racing entscheiden die Schiedsrichter:innen direkt auf dem Wasser: Wer hat die Boje berührt, wer hatte Vorfahrt, wer bekommt eine Strafe? Vom Schiedsrichterboot aus ist das Feld schwer zu lesen. Von oben nicht.

Genau dafür sind wir da. Wir fliegen über dem Kurs und schicken ein Livebild an die Schiedsrichter:innen. Sie sehen es auf einem Replay-System neben den anderen Kameras, alles synchron, und können eine Situation Bild für Bild durchgehen. Dann entscheiden sie sofort: Strafe oder keine Strafe.

Die Technik ist einfach: eine Drohne und eine Funkstrecke fürs Bild. Schwierig ist das Fliegen. Man muss an der richtigen Stelle sein, bevor die Fahrer:innen dort ankommen, und einen Winkel halten, der die ganze Situation zeigt: die Boje, beide Fahrer:innen, den Abstand dazwischen.

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Wie ich dazu kam

Traunsee 2022: mein erstes Kite-Rennen

Mein erstes Event für die International Kiteboarding Association (IKA) bin ich 2022 bei der KiteFoil World Series am Traunsee geflogen. Mein Freund Benjamin Geislinger, mit dem ich studiert habe und der später Levitaz gegründet hat, war bis dahin ihr Drohnenpilot für Livestream und Schiedsrichter, und er hat mich mitgenommen.

Die IKA war zufrieden und hat mich behalten. Danach kamen Weltcups und Meisterschaften auf Sardinien, in Kalabrien, Portsmouth, Hyères, China und Spanien.

2023: das olympische Testevent

Ein Jahr vor den Spielen waren Benjamin, Markus Schwendner und ich beim olympischen Segel-Testevent in Marseille. Es ging darum, alles einmal unter echten Bedingungen auszuprobieren: den Kurs, den Funkempfang, den Wind.

Wir fliegen nur fürs Kite-Racing, haben die Woche aber genutzt, um den Veranstaltern zu zeigen, was dasselbe Setup für alle anderen olympischen Segelklassen kann.

Fünf Tage vor Ort. Viel Wind gab es in dieser Woche nicht, und wir haben viel Zeit wartend auf dem Wasser verbracht. Beim Testevent sind wir noch vom Ufer aus geflogen.

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Auf dem Wasser bei den Spielen

Die Finals aller Segelbewerbe

Wir waren 14 Tage vor Ort, vom 26. Juli bis 10. August 2024, gesegelt wurde vom 28. Juli bis 8. August. Unser Zuhause war das Kite-Racing, das am letzten Tag mit der Medal Series endete. Geflogen sind wir aber nicht nur bei den Kites: Wir haben die Finals aller zehn olympischen Segelbewerbe geflogen.

Digitales Schiedsrichtern war im olympischen Segeln noch nicht fix eingeführt. Wir haben es trotzdem eingesetzt und den Verantwortlichen gezeigt, was es kann, damit sie entscheiden können, ob es zur Zukunft des Sports gehört.

Nur vom Boot

Bei Olympia war die Regel klar: Drohnen starten vom Boot, sonst nirgends. Also haben wir uns eine eigene Ladestation gebaut, die am Strom des Boots hängt. An langen Tagen musste der Motor laufen, damit die Bootsbatterie nicht leer wird.

Unser Setup: eine DJI Mavic 3 Pro mit der DJI RC Pro, ein DJI-Funksender fürs Bild, SDI-Kabel zu den Schiedsrichter:innen und deren eigenes Replay-System. Bei unseren normalen Events bringen wir unser eigenes Replay-Setup mit, hier hatten die Spiele ihr eigenes.

Sicherheit auf einem anderen Level

Jede Drohne über dem Gelände war vorher bei der Polizei registriert, mit Seriennummer. Vor dem Flug haben wir unsere Fernsteuerungen eingeschaltet, und sie sind auf den Bildschirmen der Polizei grün erschienen.

Jede Drohne, die sie nicht schnell zuordnen konnten, konnten sie runterholen: stören, zum Startpunkt zurückschicken und genau sehen, wo der Pilot steht. Während der Spiele haben sie einige Leute erwischt, die ohne Genehmigung geflogen sind.

Größer, strenger, und trotzdem derselbe Job

Hubschrauber über uns, die besten Fahrer:innen der Welt direkt unter uns, und live dabei sein. Das war besonders.

Und trotzdem: Es war ein Rennen wie jedes andere. Job gemacht, eingepackt, heimgeflogen. Anders waren die Größe und die Regeln. Ausweise für alles. Sogar für eine ausgeborgte Schere musste man ein Formular ausfüllen und sie wieder zurückbringen.

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Das Ergebnis

Was das zeigt

  • Jedes Finale, vom Boot geflogen. Die Medal Races aller zehn Segelbewerbe, mit Livebild für die Schiedsrichter:innen.
  • Ein Jahr vorher vorbereitet. Durch das Testevent 2023 gab es 2024 keine Überraschungen.
  • Gebaut, was gefehlt hat. Auf dem Wasser gab es keine Lademöglichkeit, also haben wir eine Ladestation fürs Boot gebaut.

Dieselbe Vorbereitung steckt in jedem Weltcup, den ich fliege, und in deinem Dreh, auf dem Wasser oder an Land.

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